H2Fonds – Zeit für Wasserstoff!

Ein Förderprogramm für Hochschul­wissen­schaftler:innen des Landes Schleswig-Holstein

Ziel des Programms „H2Fonds – Zeit für Wasserstoff!“ ist der Aufbau eines Kompetenznetzwerks für die Wasserstoffforschung in Schleswig-Holstein. Gefördert werden Wissenschaftler:innen, die im Bereich Wasserstoff ihr Wissen auf- oder ausbauen, sich aktiv an Fachgremien und -diskussionen beteiligen wollen oder Forschungsvorhaben beantragen und bearbeiten möchten.

Antragsberechtigt sind Wissenschaftler:innen, die an einer Hochschule des Landes Schleswig-Holstein gemäß Arbeitsvertrag noch zwölf Monate beschäftigt sind.

Der H2Fonds wird durch das Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur Schleswig-Holstein (MBWFK) gefördert.

Nächster Antragsstichtag: 1. Juni 2023

Antragsstellung außerhalb der Frist nur auf Anfrage und in begründeten Fällen möglich.

H2Fonds Richtlinien
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H2Fonds Antragsformular
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H2Fonds Erfahrungsbericht
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H2Fonds-Projekte im Überblick

Forschungsthema - Antragssteller:in (rot: neu, blau: laufend, grau: abgeschlossen)

Sozialwissenschaftliche Perspektiven auf die Entwicklung neuer Strukturen für grünen Wasserstoff in Schleswig-Holstein

Prof. Dr. Silja Klepp - Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU)

Hintergrund:

Wasserstoff wurde bisher vor allem aus den Fachbereichen der Naturwissenschaften, den Ingenieurswissenschaften oder von den Wirtschaftswissenschaften erforscht und finanziell gefördert. Es gibt daher eine große Forschungslücke im Bereich der Sozialwissenschaften. Bisherige Erfahrungen in der Energiewende haben jedoch gezeigt, dass es ebenso wichtig ist, die Rolle der Gesellschaft in der Energietransformation zu verstehen, wie die Technologie selbst. Dementsprechend gibt es einen hohen Bedarf an sozialwissenschaftlicher Forschung, um die Herstellung von grünem Wasserstoff ausreichend aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchten zu können. Grüner Wasserstoff spielt jetzt schon in der Nachhaltigkeitsstrategie der EU eine zentrale Rolle und Infrastrukturen werden bereits gebaut. Allerdings gibt es Befürchtungen, dass bei der Etablierung von grünem Wasserstoff als wichtiger Energieträger bestehende Ungerechtigkeiten reproduziert werden.

 

Zielsetzung:

Ziel dieses Forschungsprojektes ist es, in der Arbeitsgruppe "Sozialgeographie der Küsten und Meeren unter der Leitung von Prof. Dr. Silja Klepp Kompetenzen im Bereich der sozialgeographischen Wasserstoffforschung aufzubauen. Im Rahmen des Projektes sollen zwei Kurzstudien angefertigt und anschließend eine Exkursion durchgeführt werden. 

In der ersten Kurzstudie wird die Ansiedlung der Herstellung von grünem Wasserstoff aus der Perspektive der "socio-technical imaginaries" erforscht. Diese "imaginaries" sind kollektive Zukunftsvorstellungen von Politik, Gesellschaft und Wissenschaft, die handlungsleitend wirken. Der theoretische Ansatz beruht zudem auf der Annahme, dass sich Wissenschaft und Gesellschaft in ihren Entwicklungen gegenseitig beeinflussen und somit auch politisch sind. Die Studie hat das Ziel, am Beispiel des Reallabors "Westküste100" in Heide, die gesellschaftlich-politische Dimension der Herstellung von grünem Wasserstoff zu untersuchen. Konkret wird analysiert, welche Zukunftsvorstellungen der Wasserstoffproduktion zu Grunde liegen und wie diese zustande kommen.

Die zweite Kurzstudie soll den Aufbau der Infrastruktur, die für die Herstellung und Nutzung von grünem Wasserstoff notwendig ist, unter Berücksichtigung von Gerechtigkeitsaspekten untersuchen. Transformationsprozesse sind häufig von (Landnutzungs-)Konflikten und auf Ungleichheit beruhenden Marginalisierungsprozessen begleitet. Dabei spielen fehlende Partizipation und fehlende Anerkennung bestimmter Gruppen eine wesentliche Rolle. In dieser Untersuchung sollen die Dimensionen der Umweltgerechtigkeit (Verteilungsgerechtigkeit, Prozedurale Gerechtigkeit, Gerechtigkeit der Anerkennung) empirisch analysiert werden. Ziel der Arbeit ist es, mögliche Ungerechtigkeiten in der Energiewende in Bezug auf grünen Wasserstoff aufzudecken und die zu Grunde liegenden Machtstrukturen offen zu legen.

Darüber hinaus soll im Rahmen der Förderung eine Exkursion mit ca. 20 Studierenden zum Reallabor "Westküste100" nach Heide durchgeführt werden. Diese soll voraussichtlich im August stattfinden und somit über einen H2Fonds Folgeantrag finanziert werden. In Heide soll mit Bachelorstudierenden des Studiengangs Geographie an der CAU der Wasserstoffstandort besichtigt und Akteure vor Ort besucht werden. Bei den Besichtigungen, Beobachtungen und Expert*innengesprächen soll die Herstellung von grünem Wasserstoff analysiert und diskutiert werden, vor allem in Bezug auf Umweltgerechtigkeit, Partizipation und Transformation. So können die während der ersten Projektlaufzeit gewonnen Erkenntnisse direkt mit den Studierenden geteilt werden. Davon erhoffen wir uns, dass das Interesse an dem Thema innerhalb der Universität und unter den Studierenden steigt, und dass es zu einer Zunahme von Abschlussarbeiten über grünen Wasserstoff kommt.

H2-CARES Hydrogen-based Community storAge for more Resilient nEtworks in Schleswig-Holstein

Dr. Marius Langwasser - Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU)

Dr. Hrishikesan Vadakkedath Madhavan - Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU)

In order to increase the readlness and flexlbllity of the power system to respond to dlsrupting events, new power electronic assets with high power control capability are required. The ST offers AC and DC ports at medium and low-voltage (MV and LV) level and thus helps to interconnect the network and reconfigure it in controlled manne tto improve the exploitation of the grid infrastructure In normal and dlsturbed operating condltion. Moreover, it offers excellent  options to integrate large scale storage units (such as battery energy storage systems or hydrogen storage systems) in a centralized manner and incorporate them in grid control strategies. Expanding this research area further, as part of this project, as Objective 1 (project months M1 to M6), the usage of Smart Transformer-based hydrogen-based community storage to improve the energy resilience during extreme electric network events is proposed. The total affected area, loss of loads (critical loads) and duration of outage will be taken as the metrics to compare the energy resilience achieved for the base case of analysis and using the ST-based communlty hydrogen storage at the critical locations. In this condition, the affected area (loads) depends on the inter-connectivity of the network and the energy resilience depends on both the energy availability and the network connectivity.

The growing share of renewable energy systems with low reserve capacity requires a rethinking of the operation of the electrical network during the resilience events. Therefore, as Objectlve 2 (project months M5 - M12) of this project a complete bottom-up network re-powering strategy using the hydrogen-based community storage systems integrated in ST -connected networked grids ls proposed. The ST-based hydrogen storage systems are installed at various nodes of the network. During the network power failure due to the disruptlve event, the ST with its black start capability can re-power the downstream parts of the network. The control reconfiguration capability
of ST will be utillzed to form the microgrids and these downstream microgrids can be utilized to re-power the different upstream parts of the network utilizing the available renewable energy systems and the hydrogencommunlty storage. To assess the project, two milestones are planned: MS1 Evaluation of resilience improvements using Smart Transformer-integrated hydrogen-based community storage system (WP1) and MS2 Derivation of a bottom-up network repowering strategy for extreme events using Smart Transformer-integrated hydrogen-based community storage system (WP2). The project outcome will be formulated in two deliverables, one scientific publication and the implementation of the research results in teaching activitites of the chair of power electronics in form of a M.Sc. lecture Hydrogen in electric networks- Technology, lnfrastructure and Usage for Grid Control.

The applicants are also collaboratlng with international research groups as part of various third party funded projects (e.g. Marie Curie Research Action SMARTGYsum). Therefore, as part of this project, the applicants would llke to continue the cooperation for exchanging the knowledge and expertise on this field. The topic of energy flexibility and resilience are being investigated by the Energy Efflciency Research Group from Universidade Nova de Lisboa, Portugal. They investigate the Impacts of energy surplus communities in providing better flexibility in energy management. In another research work, the group reviews the resilience events and the smart grid-based solutions. In addition, to the power system aspects ofthe resillence, the power electronic component flexibility needs to be studied and the Department of Energy, Aalborg University Denmark could be a prospective partner to exchange the ideas. The group has worked on the resilient controllers against cyberattacks for AC and DC microgrid applications and their expertise would be useful for developing the control strategies for ST to provide the bottom-up network repowering strategy. Therefore, a potential collaboratlon with these Institutes will be attempted for future cooperatlve projects (e.g. within Horizon Europe) and already helpful to achieve the aforementioned project goals more efflciently.

The project aims to act as a nucleus for research on grid friendly integration and usage of hydrogen and should elaborate the study case on hydrogen-based community storage systems (Integration concept) and grid resilience improvement (usage). Consequently, the main funding is related to outreach activities in the form of visiting an international research Institute, international conference partlcipation for both applicants to exhibit the projects results and a block grant for research-oriented teaching activities, such as a guest speaker lecture from the vislted International research Institute.

Authentische Wasserstoffforschung für Schülerinnen und Schüler im außerschulischen Bereich

Lasse Kattwinkel - Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU)

Zielsetzung: 

Mit diesem Antrag sollen gezielt Nachwuchsmaßnahmen entwickelt und durchführt werden, um Schülerinnen und Schüler in SH für Forschung und Berufstätigkeit im Bereich der Wasserstofftechnologie zu begeistern. Trotz des derzeitigen Fachkräftemangels in diesem Sektor, existieren im schulischen Bereich bisher kaum Programme zur langfristige Förderung von Nachwuchskräften. Dabei sind eben solche Programme nicht nur für eine nachhaltige Entwicklung des erneuerbaren Sektors in SH essentiell - auch bieten sie Schülerinnen und Schülern große Chancen für den späteren beruflichen Werdegang. Und die Neugier von Schülerinnen und Schülern zu wecken, soll die Wasserstoffforschung, von Erzeugung, über Transport und Speicherung bis hin zur Nutzung den jungen Nachwuchsforschern insbesondere experimentell näher gebracht werden.

Dazu soll die bereits bestehende Infrastruktur der Forschungswerkstätten, welche der MINT Akademie (Land SH) und dem IPN angegliedert sind, genutzt werden. langfristig soll Schülerinnen und Schülern hier der Raum, die Ressourcen und Unterstützung geben werden, um regelmäßig und eigenständig zu Themen im Bereich der Wasserstofftechnologie experimentieren zu können. Es sollen eigene Forschungsprojekte umgesetzt werden, und die Forschung somit den Stellenwert eines Hobby bekommen. Mit der Durchführung von inner- und außerschulischen Projekttagen und Wochen soll mehr Aufmerksamkeit für das Thema Wasserstoff geweckt werden und langfristig auch für ein Studium oder eine Ausbildung in dem Bereich begeistert werden. Um das freie Forschen in diesem Themenbereich zu ermöglichen, muss zum Einen die bestehende Infrastruktur der Forschungswerkstatt erweitert werden. Zum Anderen muss ein entsprechendes Framework für forschungsnahe Experimente für diesen Bereich entwickelt werden. Die Experimente werden mehrstufig aufgebaut sein - von der Breiten- bis hin zur Talenteförderung, vom Klassenverband bis hin zu Einzelförderung. Sie sollen sowohl an der Forschungswerkstatt selbst, aber auch im schulischen Umfeld genutzt werden können. Durch die Ausweitung auf das schulische Umfeld sollen Synergien erzielt werden, da auch dort das Thema Energie und Elektrochemie seit August 2022 stark in den Fachanforderungen (Chemie) SH verankert ist. Das Thema Wasserstoff kann somit auch im Profilseminar einfließen, welches es Schülerinnen und Schülern ermöglicht in der Schule eigenständig zu Projekten zu forschen. Bereits gesammelten Erfahrungen aus dem laufenden Schuljahr zeigen, dass gerade das Thema Energie und alle Arten von Energiespeicherung für die Schülerinnen und Schüler mit viel Interesse aufgenommen wird. Bei der Durchführung von Projekttagen und Projektwochen (z.B. den TalenteCamps der MINT Akademie) sollen neben Forschenden auch lokale Industrieunternehmen eingebunden werden, die aus ihren alltäglichen Erfahrungen mit dem Thema berichten können. Die Veranstaltungen sollen zudem genutzt werden, um das Thema regenerative Energien im Gesamtkontext des Klimawandels der daraus entstehenden Folgen für Umwelt und Gesellschaft zu diskutieren.

Das Projekt dient insbesondere dazu erste Konzepte und Experimente zu entwickeln und zu erproben. Parallel dazu werden Anträge vorbereitet um eine langfristige Anschlussfinanzierung zu sichern. Die geplanten Arbeiten und die Konzeptionierung geschehen in Zusammenarbeit mit dem IPN in Kiel innerhalb der MINT-Akademie. Die Forschung im Wasserstoffbereich ist dabei eingebunden in ein Gesamtkonzept für die Forschung an regenerativen Energien und Energiespeichersystemen. Die Durchführung der Experimente und die Vorbereitung dieser wird zu Teilen am Institut für Experimentelle und Angewandte Physik in der Arbeitsgruppe Grenzflächen von Prof. Magnussen stattfinden, als auch in der Kieler Forschungswerkstatt. Prof. Magnussen stellt für diese Arbeiten seine Labore und die notwendigen Geräte, sowie die Büroflächen zur Verfügung. Desweiteren sollen zur Verwirklichung der Ziele Partnerschaften mit
anderen Instituten (z.B. der FH Westküste und der FH Kiel), sowie lokal ansässigen Unternehmen weiter ausgebaut werden.

Antrags- und Projektvorbereitung zum Verbundprojekt "dS regenerativ"

Clemens Kerssen - Technische Hochschule Lübeck

Maik Baumann - Technische Hochschule Lübeck

Hintergrund:

Da sich unser Fachgebiet für Elektromobilität und Leistungselektronik (EMLE) der Technischen Hochschule Lübeck (THL) neben dem Schwerpunkt der Ladeinfrastruktur seit zwei Jahren auch auf das Themenfeld der dezentralen Energieversorgung fokussiert, wird neben der batterieelektrischen Energiespeicherung auch verstärkt im Bereich der Brennstoffzellentechnik Kompetenz aufgebaut und sowohl in der Lehre als auch in der Forschung verwertet. In dem Forschungsvorhaben "dS regenerativ" übernimmt das Fachgebiet EMLE der THL die wissenschaftliche Leitung des Gesamtvorhabens.
 

Zielsetzung:

Ziel unseres Fachgebietes unter der Leitung des Herrn Prof. Dr.-Ing. Roland Tiedemann ist es, innovative, auf Brennstoffzellentechnologie basierende Systemansätze zur Speicherung regenerativ erzeugter Energien zu entwickeln und zu testen. Zusammen mit unserem internationalen Partnernetzwerk aus den Bereichen Forschung, Wissenschaft und Wirtschaft wollen wir so die Mobilitäts- und Energiewende mitgestalten. Die Förderung des hier dargestellten Vorhabens in Kombination mit dem Verbundprojekt „dS regenerativ“ würde Schleswig-Holstein als Innovationsstandort stärken und die Expertise an der THL im Bereich der wasserstoffbasierten Energiespeicherung ausbauen. Aufgrund des Umfanges des Projektvorhabens "dS regenerativ" sowie dem großen Projektteam werden zwei Wissenschaftliche Mitarbeiter für die Beantragung und die Finalisierung des technischen Konzepts benötigt.

In dem Verbundprojekt "dS regenerativ" soll mit über 10 Partnern aus Deutschland und Österreich eine dezentrale Energieversorgung bestehend aus einem Brennstoffzellensystem (15 MWh Kapazität) und einem Batteriespeicher (1 MWh Kapazität) die Lübecker Hafengesellschaft (LHG) autark mit elektrischer Energie versorgt werden. Dabei stehen besonders die Erzeugung, die Speicherung und die Verstromung von Wasserstoff sowie die Bereitstellung von Systemdienstleistungen (SDL) für das Energieversorgungsnetz im Fokus. Für eine effiziente Energiespeicherung werden in diesem Vorhaben die Brennstoffzellentechnik (Langzeitspeicherung) mit einem kleineren batterieelektrischen Energiespeicher (Kurzzeitspeicherung) kombiniert. Die Energiegewinnung soll primär mit regenerativen Energiekonvertern (Windkraft, Photovoltaik) realisiert werden. Es wurde bereits ein Projektteam aufgestellt. Derzeit wird die Skizzierung des Projektvorhabens mit allen beteiligten durchgeführt.

Eine Förderung durch den H2Fonds würde die Einreichung des Projektantrags in der finalen Phase stark unterstützen sowie die Möglichkeit bieten, das Brennstoffzellensystem für das Projekt "dS regenerativ" detailliert auszuarbeiten und durch Versuchsaufbauten in kleinem Maßstab zu validieren. Die finale Ausarbeitung des Gesamtkonzeptes soll auf Grundlage der aktuellen Normen durchgeführt und durch Fachliteratur unterstützt werden. Ebenso können wir uns hier auf die Unterstützung befreundeter und partnerschaftlich verbundener Forschungseinrichtungen verlassen, die ich in diesem Zuge, ebenso wie Fachtagungen besuchen werden.Hier ist besonders die Helmholtz-Zentrum hereon GmbH zu nennen. Die daraus resultierenden Erkenntnisse werden in einem exemplarischen Versuchsaufbau unter Einhaltung des Arbeitsschutzes in unserem Labor an der THL umgesetzt. Diese Versuchsaufbauten werden nach der Validierungsphase für die Lehre, z.B. in Form von Laborversuchen, Praktika und Abschlussarbeiten weiter verwertet.

Wasserstoff als Schiffskraftstoff der Zukunft: Bewertung und Analyse von Umwelt- und Klimafolgen einer Umstellung der Schifffahrt auf Nord- und Ostsee

Franziska Dettner - Europa-Universität Flensburg

Hintergrund:

Die sektorübergreifende Dekarbonisierung ist notwendig, um das im Pariser Abkommen festgelegte 1.5°C Ziel zu erreichen. Die Schifffahrt (und die Luftfahrt) gelten als schwierig zu dekarbonisierende Sektoren durch die Elektrifizierung mit erneuerbarem Strom. In meinem Forschungssemester möchte ich die Chancen, Potentiale und Hemmnisse von Wasserstoffnutzung für die Schifffahrtsbranche mit Fokus auf Schleswig-Holstein eingrenzen und gezielt ein größeres Forschungsprojekt initiieren und akquirieren. Das nördlichste Bundesland liegt im Zentrum der Schifffahrtsaktivitäten auf Nord- und Ostsee und ist ein wichtiger maritimer Standort in Europa. Die Transformation zur Klimaneutralität erfordert insbesondere die klimaneutrale Bereitstellung und Anwendung alternativer Technologien und Kraftstoffe, die (vor Ort) kostenoptimal und wettbewerbsfähig bereitgestellt werden können. Schleswig-Holstein kann durch die Expertisenlandschaft (Werften, Forschungseinrichtungen und Förderer) eine Vorreiterrolle in der maritimen Energiewende einnehmen.

Vorarbeiten - In einem durch die EKSH geförderten HWT Projekt “Klimaneutrale Schifffahrt für Schleswig-Holstein” (2020-2021) habe ich, gemeinsam mit der Flensburger Schiffbaugesellschaft, die Emissionen auf Nord- und Ostsee detailliert aus Schiffsbewegungsdaten quantifiziert. Die Ergebnisse geben einen umfassenden Überblick über die tatsächlichen Emissionsmengen und die aufgewandten Kraftstoffmengen der Schifffahrt (2015). Angeschlossen daran habe ich in der Laufzeit des Promotionsstipendiums der EKSH (2022) die erarbeiteten Ergebnisse und Methoden als wissenschaftliche Veröffentlichungen zusammengefasst und das Rahmenpapier meiner Dissertation gegliedert und niedergeschrieben.

Zielsetzung:

Wieso H2 Fonds – Zeit für Wasserstoff? Grüner Wasserstoff und besonders dessen Derivate wie Ammoniak und E-Methanol gelten in der Schifffahrtsbranche als vielversprechende Alternativen zu konventionellen Energieträgern. Das angestrebte Forschungssemester knüpft an die erstellen Datensätze aus dem HWT-Projekt an. Es soll zum einen beleuchten werden wie Wasserstoff (und dessen Derivate) im maritimen Sektor in Schleswig-Holstein (und Deutschland) produziert, eingesetzt und angewandt werden können. Zum anderen wird ein Projektantrag beim Maritimen Forschungsprogramm angestrebt, welches vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) gefördert wird. Gerade Schleswig-Holstein kann als maritime Energie-Modellregion interessant für ein Verbundprojekt sein, welches ein integratives Konzept für eine klimaneutrale Schifffahrt entwickelt.

Ergebnisse des Forschungssemesters sind zum einen die Schärfung der Forschungsfragen für den geplanten Projektantrag, sowie die Formulierung des Projektantrages selbst. Welche Hemnisse, Chancen und Innovationen sind im Bereich maritimer Wasserstoffanwendungen notwendig und vielversprechend? Wie sieht die (Nord)deutsche (Schleswig-Holstein im Fokus) Innovationslandschaft im Bereich der maritimen Wasserstoffanwendungen aus, welche Themengebiete schließen sich daran an, zu nennen sind bspw. die Landstromversorgung und die Wasserstoffinfrastruktur an Häfen. Zudem sollen die Ergebnisse in eine Publikation einfließen, welche es ermöglicht die Transformation des Maritimen Sektors in Schleswig-Holstein (wenn möglich über die gesamte Wertschöpfungskette) unter der übergeordneten Fragestellung: Ist Wasserstoff (und dessen Derivate) als Schiffskraftstoff der Zukunft geeignet und unter welchen sozial-ökologischen und techno-ökonomischen Gesichtspunkten sinnvoll? Anhand einer Indikatorenliste zusammenfasst und eine Bewertungsgrundlage bietet.

 

Info & Kontakt

Einsatz von Wasserstoff für die Energiewende und den maritimen Bereich

Prof. Dr. Ulf Schümann - Fachhochschule Kiel

Hintergrund:

Der Einsatz von Wasserstoff für die Energiewende und den maritimen Bereich ist von immenser Wichtigkeit für das Ziel der CO2-Neutralität Deutschlands bis 2040 und wird meine Forschungsschwerpunkte im Bereich der Energietechnik die nächsten Jahre prägen. Vor drei Wochen haben ein Team aus der CAU, thyssenkrupp Marine Systems und der FH-Kiel, vertreten durch mich, eine Zusage für ein Forschungsprojekt im Bereich Wasserstoff erhalten. Dieses Forschungsprojekt „Captn Energy" ist ein 6-iähriges Forschungsprogramm, das im Rahmen der WiR Förderung des BMBF eingeworben wurde (noch nicht gestartet). Das mit einem Fördervolumen von 15 Mio € dotierte Projekt befasst sich inhaltlich mit der maritimen CO2-neutralen Energieversorgung von Schiffen und soll die Einführung u.a. von Wasserstoff im maritimen Bereich in der Region um Kiel und dem Nordostseekanal bis Brunsbüttel stärken.


Zielsetzung:

Es hat sich die einmalige Möglichkeit ergeben, im Rahmen einer „Unternehmerreise" der WTSH mit Schwerpunkt Energie - Wasserstoff & Speichertechnologie ins Silicon Valley zu reisen. Das Silicon Valley in den USA gilt als eine der weltweiten Innovationszentren für neueste Technologien. Diese Reise bietet eine ideale Möglichkeit, Innovationsideen aus den USA nach Schleswig-Holstein zu übertragen und so die Wirtschaft in der Region zu stärken. Zusätzlich können die Kontakte zu den Vertreterinnen und Vertretern der mitreisenden Unternehmen aus Schleswig-Holstein vertieft werden. Im wissenschaftlichen Bereich sind folgenden Besuche im Rahmen der WTSH Reise geplant:

1. UC lrvine - Treffen mit dem Forschungsteam um Dr. Jack Brouwer

2. Berkeley Lawrence - Treffen mit dem Forschungsteam um Adam Weber

3. Shell - Enge Forschung gemeinsam mit UC lrvine

4. SoCalGas - SoCalGas arbeitet zum einen eng mit der UC lrvine zusammen und hat zum anderen mehrere Forschungsgrants zum US-Earthshot abgegeben .

5. Toyota Fuel Cell Research Center - Besuch des Reallabors von Toyota North America Fuel Cell Research

6. AC Transit - AC Transit hat gemeinsam mit der Stanford University die 5x5 Studie (Zero-emission transit bus technology analysis)

Die fünf Tage der Reise sind voll ausgeplant und bieten keine Luft, um weitere Kontakte in der Region zu knüpfen. Aus diesem Grund plane ich weitere Termine vor Beginn der eigentlichen Delegationsreise und im Anschluss daran (Aufenthalt in Los Angeles (2 Arbeitstage) und einen längeren Aufenthalt von 4 Arbeitstagen in San Francisco). Dies würde dazu dienen, Kontakte zu schließen und mich persönlich weiterzubilden sowie Netzwerke auf- und auszubauen. Dazu zählen Besuche der Partnerhochschulen „San Francisco State University" sowie „University of San Francisco". Es soll versucht werden, Kontakte zu den Leistungselektronischen Instituten von Berkeley und Stanford aufzubauen als auch Inspiration zu bekommen und Kontakte im Silicon Valley zu knüpfen. Dies soll unter dem Aspekt der Städtepartnerschaft auch die Kooperation der Forschung im Bereich der Wasserstoffforschung vertiefen. Ich gehe davon aus, dass ich mit meiner Forschungstätigkeit z.B. mit Volkswagen, Siemens, Infineon und den aktuellen Wasserstoffaktivitäten zu einen interessanten Austauschpartner werde.

In den ca. 4,5 Monaten (bis Ende Februar) nach der Reise möchte ich aktiv den Austausch mit Interessierten aus Schleswig-Holstein suchen, um die gewonnen Inspirationen zu teilen, wie z.B. dem Fraunhofer ISIT oder den anderen Hochschulen in Schleswig-Holstein als auch möglichen Unternehmen. Das erworbene Wissen aus der Reise werde ich darüber hinaus im Anschluss für das bereits erwähnte Projekt „Captn Energy" nutzen, das der Region Kiel und Nord-Ostsee-Kanal zugutekommen wird.

Zusätzlich ist ein Antrag im Bereich Brennstoffzellen und DC/DC Wandler für maritime Anwendungen mit dem Titel „Innovative Brennstoffzellentechnologie und hoch effiziente Leistungselektronik auf einem autonom schwimmenden Versuchsträger" bei BmWK gestellt. Eine Bewilligung ist noch offen.

Die Erfahrungen der Reise werden bei einer Bewilligung ebenfalls in dieses 3-jährige Projekt eingehen. Durch meine Funktion als Sprecher der Forschungsschwerpunkte „Energie" und „Mobilität" der Fachhochschule Kiel hat die Reise auch innerhalb der Fachhochschule Kiel Multiplikationseffekte für weitere Aktivitäten im Bereich der Wasserstoffforschung.

Laserstruktierierte Festoxidbrennstoffzellmembran-Elektroden-Einheit

Dr.-lng. Sören Kaps  – Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU)

Hintergrund:

Herstellung einer Laserstruktierierten Festoxidbrennstoffzellmembran-Elektroden-Einheit Y-Zr02 Membranen werden in Brennstoffzellen als Ionenleiter und Separator verwendet. Ziel ist es diese energieeffizient, möglichst dünn in verschiedener Geometrie mittels eines Lasersinter-Prozesses herzustellen. Beim Lasersintern werden Hochtemperaturreaktionen genutzt, um die Membranen mit elektrisch leitfähigen Schichten für Kathoden- und Anodenseite zu versehen. Die Anforderungen an diese Schichten umfassen neben den elektrischen Eigenschaften die hohe mechanische Stabilität als auch Oxidationsstabilität um eine dauerhafte Anwendung in einer Festoxidbrennstoffzelle zu ermöglichen. Perspektivisch werden bei einer erfolgreichen Herstellung der leitfähigen Schichten die Membranen anschließend mit Katalysatoren belegt. Neben der Herstellung wird die Charakterisierung der Schichten die Kernaufgabe des Projektes darstellen. Die elektrische Leitfähigkeit der erstellten Schichten wird durch Strom-Spannungs-Messreihen erfasst und bewertet. Als begleitende Untersuchungsmethoden werden Optische- und Elektronenmikroskopie-Untersuchungen sowie dynamische als auch zyklische Heiztests zur Bestimmung der temperaturabhängigen elektrischen Eigenschaften durchgeführt. Diese Heiztests erlauben zudem eine erste Abschätzung der Stabilität als der Haltbarkeit der leitfähigen Schichten. Zur Vorbereitung eines EFRE Antrags mit dänischen Partnern von der Syddansk Universitet (SDU) sollen Treffen durchgeführt werden.
 

Zielsetzung:

Ziel der Maßnahme ist die Durchführung von Arbeiten an einer Festoxidbrennstoffzellmembran durch die erfolgreiche Umsetzung des Arbeitsplans mit finalem Proof-of-Concept. Der Indikator für eine erfolgreiche Zielerreichung ist die erfolgreiche, strukturierte Erstellung einer leitfähigen Schicht auf der Membranoberflächen mittels Lasersintern. Die Experimente werden in der Arbeitsgruppe Funktionale Nanomaterialien von Prof. Rainer Adelung durchgeführt. Die Arbeitsgruppe verfügt über die entsprechenden Labore und Ausstattungen und ist Teil der Technischen Fakultät an der Christian-Albrechts-Universität (CAU) zu Kiel. Aufgrund der vorhanden Ausstattung werden neben Verbrauchsmitteln nur Sachkosten beantragt welche für eine Modifikation des bestehenden Laseraufbaus notwendig sind. Dies beinhaltet ein dynamisches Leistungsmessgerät welches zur Einstellung bei der Einkopplung der Laserleistung zwingend erforderlich ist. In der Arbeitsgruppe existieren Vorarbeiten im Bereich der Wasserstofftechnologie. Dies umfasst Wasserstoffsensoren als auch Arbeiten für die Entwicklung eines 3D-gedruckten Wasserstofftanks auf Graphenebasis im Rahmen des EU Projekts "FlagEra".

Neben der Forschung an dieser hochaktuellen Fragestellung stellt das geplante Projekt die Möglichkeit dar die Ausrichtung der Materialwissenschaft an der CAU Kiel weiter in Richtung von zukunftsweisenden Techniken zu schärfen. Es existiert seit kurzem bereits eine Lehrveranstaltung mit dem Titel "Advanced Energy Materials" welche die Ausrichtung der Materialwissenschaften an der CAU Kiel mehr in Richtung von Energie-Themen zeigen soll. Das geplante Projekt würde das Thema der Brennstoffzellen noch weiter in den Fokus bringen und könnte anschließend auch in der Lehre noch weiter als bislang berücksichtigt werden.

Planung und Teilfinanzierung der Spring School - Hydrogen Technology 2023

Prof. Dr. Oliver Opel - Fachhochschule Westküste

Prof. Dr. Gunther Gehlert - Fachhochschule Westküste

Zielsetzung:

Ziel der Maßnahme ist die Durchführung der "Spring School – Hydrogen Technology 2023". Im Rahmen der gemeinsam mit dem Helmholtz-Zentrum Hereon und den DLR-Instituten für vernetzte Energiesysteme und maritime Energiesysteme geplanten Veranstaltung sollen an 5 Tagen folgende Bereiche für ein internationales Publikum als wissenschaftliches Kolloquium thematisiert werden:

Erfahrungsberichte zu Wasserstoff (Grundlagen) inklusive Erzeugung
Speicherung und Kompression von Wasserstoff
Wasserstoff-Distribution und –Infrastruktur
Wasserstoff-Derivate/-Träger/eFuels
Nutzung in verschiedenen Anwendungen (auch Brennstoffzelle + …)
Zukünftige Versorgungsstrategien zum Import erneuerbarer Energien
Regulatorische Vorgaben für die Integration 

Weiterhin sind geplant:

Exkursion (Hereon & DLR, alt. Clean Logistics)
Pitch-Talks und Poster-Session
 

Infos zum Vorjahr:

Die in 2022 bereits als online-Veranstaltung durchgeführte Spring School mit über 100 internationalen Teilnehmerinnen und Teilnehmern soll in 2023 in Präsenz in Lauenburg veranstaltet werden. 

Ziel ca. 50 Teilnehmer (+25 Referenten)

MSc Studierende bzw. Doktoranden aus dem Bereich H2 oder mit Interesse an H2-Forschung sollen bevorzugt angesprochen werden.

Die Veranstaltung wird seitens der FH Westküste für die internationale Vernetzung genutzt, mit der Spring School wird zum einen der internationale Stand des Wissens zusammengetragen und nach Schleswig-Holstein geholt, zum anderen dient die Veranstaltung der Verbreitung dieses Wissens - auch und vor allem für interessierte Studierende und Forscherinnen und Forscher im Land.

Wir sehen die Veranstaltung daher als wesentlichen Baustein für den Auf- und Ausbau der Wasserstoff-Expertise in Schleswig Holstein auf internationalem Niveau. 

Die Fachhochschule Westküste möchte mit ihrer Beteiligung ihrer Rolle als auf dem Gebiet der Energie- und insbesondere sektorenübergreifenden Wasserstoffforschung engagierte Hochschule gerecht werden und einen Beitrag zur Entwicklung dieses Gebietes leisten.

Erzeugungsmöglichkeiten & Effekte von nachhaltigem Wasserstoff aus Offshore-Windenergie auf das Energiesystem

Jonathan Hanto - Europa-Universität Flensburg

Zielsetzung:

Das Projekt "Erzeugungsmöglichkeiten & Effekte von nachhaltigem Wasserstoff aus Offshore-Windenergie auf das Energiesystem" ist ein über 6 Monate laufendes, von der EKSH gefördertes Forschungssemester. 

Die potenzielle Rolle von Wasserstoff bei der Transformation des Energiesystems stößt derzeit auf zunehmendes Interesse. Viele EU-Mitgliedstaaten haben detaillierte nationale Strategien entwickelt, welche das Potenzial von Wasserstoff aufzeigen, eine wichtige Rolle bei der Dekarbonisierung des Energiesystems zu spielen. Schleswig-Holstein will europaweit eine Vorreiterrolle bei der Erzeugung, Verteilung und Nutzung von grünem Wasserstoff einnehmen. Ein Hauptgedanke besteht darin, Wasserstoff aus erneuerbaren Energiequellen zu erzeugen und ihn anschließend in unterschiedlichen Sektoren und Verbrauchsbereichen einzusetzen, in denen strombasierte Lösungen weniger geeignet sind. Hierbei kann gerade Offshore-Windenergie im Nordseeraum eine besonders wichtige Rolle spielen.

Zur Untersuchung der Erzeugungsmöglichkeiten und Effekte von nachhaltigem Wasserstoff aus Offshore-Windenergie auf das Energiesystem, legt das Forschungssemester einen besonderen Schwerpunkt auf die folgenden Forschungsfragen:

(i) Wie viel Wasserstoff wird für kostengünstige Dekarbonisierungspfade des deutschen und des europäischen Energiesystems benötigt?

(ii) Welche Potenziale ergeben sich für Deutschland in den verschiedenen Nachfragesektoren und welche Rolle kann Offshore-Windenergie aus dem Nordseeraum und Schleswig-Holstein dabei spielen?

(iii) Wie verhalten sich die inländische Produktion und Wasserstoffimportmengen für Deutschland unter verschiedenen Szenarioannahmen?

Diese Forschungsfragen sollen unter Anwendung des Global Energy System Models (GENeSYS-MOD) beantwortet werden. GENeSYS-MOD ist ein kostenoptimierendes, technisch-ökonomisches, lineares Modell zur Analyse der Transformation des Energiesystems, das auf dem Open-Source Energy Modeling System (OSeMOSYS) aufbaut. Neben dem Stromsektor umfasst GENeSYS-MOD auch andere Sektoren, wie z.B. den Industrie-, Gebäude- und Transportsektor. Dies ermöglicht eine Bewertung von Sektorenkopplungsaspekten in zukünftigen Energiesystemen und deren Auswirkungen auf die Entwicklung von Strom, Wasserstoff und anderen Energieträgern.
 

Info & Kontakt

Abstimmung zur Materialentwicklung in den Bereichen Brennstoffzellen, Elektrolyseure und Wasserstoffspeicherung mit internationalen Forschungseinrichtungen

Prof. Dr. Olaf Magnussen – Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU)

Zielsetzung:

Die Maßnahme soll die Zusammenarbeit im Bereich der Materialentwicklung für Brennstoffzellen, Elektrolyseure und Wasserstoffspeicherung fördern. Hintergrund sind aktuelle Aktivitäten der Arbeitsgruppe von Prof. Magnussen wie auch anderer CAU Arbeitsgruppen in diesem Bereich.

Diese Aktivitäten liegen erstens im Themenbereich des CAU Forschungsschwerpunkts "Kiel Nano, Surface, and Interface Science (KiNSIS}", dessen Sprecher Prof. Magnussen gemeinsam mit Prof. Adelung von 2013 bis 2019 war und in dem er weiterhin aktiv mitwirkt. Zweitens ist Prof. Magnussen seit 2020 in der Kieler CAPTN Initiative aktiv und hat hier als Teil des Konzeptteams den CAPTN Future Antrag auf einen BMBF Zukunftscluster mit vorbereitet, speziell Projektteile, die auf die Entwicklung sauberer H2-basierter Schiffsantriebe abzielen. Drittens und für das vorliegende Vorhaben am relevantesten liegt ein Großteil seiner Forschungsaktivitäten in der Anwendung von Synchrotronstrahlung auf Fragestellungen im Bereich Wasserstofftechnologie. Hier befördert Prof. Magnussen als Mitglied des Ruprecht-Hänsel-Labors der CAU aktiv die Zusammenarbeit mit DESY. Neben der Weiterentwicklung von Instrumentierung und Methoden im Rahmen von BMBF Projekten war er in den letzten Jahren insbesondere an den Planungen für die zukünftige Synchrotronquelle PETRA IV und für das Center for Molecular Water Science {CMWS) am DESY aktiv beteiligt {an letzterem als Spokesperson für "Pillar 3: Water in energy research and technology"), die für die zukünftige Wasserstoffforschung im norddeutschen Raum von hoher Relevanz sind. Außerdem vertritt Prof. Magnussen gemeinsam mit Herrn Prof. Berger Schleswig-Holstein im Forschungsnetzwerk Wasserstoff und in der Themengruppe Wasserstoff der Norddeutschen Wissenschaftsministerkonferenz.

Die geplanten Maßnahmen sollen Prof. Magnussen dabei unterstützen, diese Aktivitäten im Rahmen seines ab April 2022 geplanten Forschungssemesters weiter zu entwickeln. Prof. Magnussen möchte diese Zeit für den Ausbau internationaler Kooperationen und der Weiterentwicklung von Projekten sowie der Fortbildung auf dem Bereich der Wasserstofftechnologie nutzen, wofür er in diesem Antrag entsprechende Reisemittel beantragt. Speziell steht dabei die Weiterentwicklung von Forschungsansätzen zu synchrotronbasierter Wasserstoffforschung im Zentrum, die für die Kooperation der CAU mit DESY in diesem Bereich von hoher Relevanz sind.

Die Erfahrungen von Prof. Dr. Olaf Magnussen zum H2Fonds-Förderprogramm:

Ziel der Maßnahme war eine Unterstützung mit Mitteln für verschiedene Dienstreisen, die ich m Rahmen meines ab April 2022 laufenden Forschungssemesters zu Themen im Bereich Wasserstoff durchführte. Damit sollten zum einen konkrete Kooperationen meiner Gruppe im Bereich der Entwicklung von Elektrodenmaterialien für Brennstoffzellen, Elektrolyseure und Wasserstoffspeicherung gefördert werden. Zum anderen dienten diese Reisen der Anbahnung der allgemeinen Zusammenarbeit in der Wasserstoffforschung innerhalb Schleswig-Holsteins und Norddeutschland, um die ich mich als Vertreter Schleswig-Holsteins in der Themengruppe Wasserstoff der Norddeutschen Wissenschaftsminister*innenkonferenz (NWMK) kümmere. Konkret wurden folgende Maßnahmen durchgeführt (aufgeführt in chronologischer Reihenfolge):

1) In einer Reise an die European Synchrotron Radiation Facility (ESRF) in Grenoble, Frankreich (9.4.-24.4.22) wurden erfolgreich erste operando Messungen von Dehydrierungskatalysatoren für Wasserstoffspeicherung in flüssigen organischen Trägern durchgeführt. Dieser Aufenthalt ermöglichte auch Einarbeitung und Projektbesprechungen mit einer an der ESRF stationierten neuen Doktorandin, die dieses Projekt in Zusammenarbeit mit der Firma Hydrogenious durchführt.

2) Ein Forschungsaufenthalt an der University of Victoria, Kanada (15.5.-3.6.2022) ermöglichte sehr intensive Diskussionen mit meinen Kooperationspartnern Prof. D. Harrington und Dr. J. Drnec über unsere gemeinsamen Untersuchungen der Degradationsmechanismen von Platinkatalysatoren in Brennstoffzellen. Diese Diskussionen dienten der Vorbereitung von 3 wissenschaftlichen Publikationen, von denen eine bereits eingereicht und derzeit bei Nature Communication unter Begutachtung ist. Zusätzlich diente der Aufenthalt dem Besuch des 241th Electrochemical Society Meetings in Vancouver, auf dem ich mich über zahlreiche Neuentwicklungen im Themenfeld Wasserstofftechnologie informieren konnte.

3) In einem von mir mitorganisiertem Workshop der NWMK Themengruppe Wasserstoff in Hannover (8.-9.6.2022) wurden viele neue Kontakte in der norddeutschen wissenschaftlichen Community geknüpft und einige gemeinsame überregionale Initiativen gestartet. Speziell entwickelte sich daraus eine Gruppe, die den Austausch und gemeinsame Aktivitäten im Bereich Nachwuchsförderung voranbringen will.

4) Die Ergebnisse der Themengruppe Wasserstoff wurden auf der NWMK Tagung in Hamburg (19.9.2022) vorgestellt und Kontakte zu anderen Themengruppen im Bereich Energieforschung hergestellt.

5) Auf dem von HY.SH organisierten H2-Forschungssymposium in Heide (8.-9.9.22) wurde die Zusammenarbeit mit Akteuren in Schleswig-Holstein vorangetrieben. Speziell entstanden dadurch neue Kontakte zu Kollegen an der FH Westküste (insbes. Prof. O. Opel).

 

Fazit:

Insgesamt waren die durch die H2Fonds Förderung ermöglichten Reisen von großem Nutzen sowohl für laufende eigene Forschungsaktivitäten als auch für die Netzwerkbildung im norddeutschen Raum. Ich halte die Fortführung dieses Programms daher für sehr wichtig und habe bereits mehreren Kolleg*innen empfohlen, diese Fördermaßnahme zu nutzen.

Erfolgskriterien für den Aufbau einer nachhaltigen Produktion von grünem Wasserstoff

Marina Blohm - Europa-Universität Flensburg

Zielsetzung:

Auch wenn in Schleswig-Holstein noch keine funktionierende Wasserstoffkreislaufwirtschaft etabliert ist, gibt es bereits viel Erfahrung in Bezug auf die Planung und den Bau zum Beispiel von Elektrolyseuren und Wasserstofftankstellen. Ziel dieses Projektes ist die Erforschung der derzeitigen Realisierungspraxis und die darauf aufbauende Entwicklung von Nachhaltigkeitskriterien zur Produktion von grünem Wasserstoff.

Es ist geplant, mit verschiedenen Stakeholdern aus Schleswig-Holstein aus den Bereichen Industrie, Zivilgesellschaft und Politik Interviews über die derzeitige Realisierungspraxis von Wasserstoffproduktionsstätten und Wasserstofftankstellen durchzuführen. Ziel ist die Identifikation von konkreten Kriterien, die diese Realisierung nachhaltiger gestalten. Nachhaltigkeit in diesem Zusammenhang bezieht sich auf eine technisch und ökonomisch sinnvolle, sozial gerechte und umweltfreundliche Produktion von aus erneuerbaren Ressourcen stammenden Wasserstoff, der in nicht elektrifizierbaren Anwendungen zum Einsatz kommen soll, um den bestmöglichen Beitrag zur Energiewende zu leisten. Die Ergebnisse der Interviews in Kombination mit der Recherche über Kriterien der Nachhaltigkeit resultieren in der Entwicklung von Nachhaltigkeitskriterien.

Im zweiten Schritt werden die erarbeiteten Kriterien auf das Land Marokko übertragen, welches als mögliches Wasserstoffimportland infrage kommt. Beide Länder haben diesbezüglich bereits eine Absichtserklärung unterschrieben und arbeiten an der Ausgestaltung der Partnerschaft. Aufgrund unterschiedlicher Gegebenheiten der beiden Länder müssen die Kriterien auf die Bedürfnisse vor Ort angepasst werden.

Die konkrete Forschungsfrage lautet: Wie kann eine nachhaltige Produktion von grünem Wasserstoff erreicht werden, indem technisch und ökonomisch relevante, sozial gerechte und umweltfreundliche Kriterien berücksichtige werden (Nachhaltigkeitskriterien)?
 

Info & Kontakt

Die Erfahrungen von Marina Blohm zum H2Fonds-Förderprogramm:

Das geförderte Forschungssemester zum Thema „Nachhaltige Produktion von grünem Wasserstoff“ ermöglichte Marina Blohm die fokussierte Einarbeitung und Bearbeitung des für Schleswig-Holstein relevanten Forschungsthemas.

Inhaltlich hat Frau Blohm die Möglichkeit erhalten mit einer Vielzahl von Akteuren des Schleswig-Holsteinischen Wasserstoffmarktes ins Gespräch zu kommen und insgesamt 14 Interviews über eine nachhaltige Produktion von Wasserstoff zu führen. Die Interviewpartner waren sowohl aus bzw. in Schleswig-Holstein als auch in Marokko tätige Akteure. Die Analyse der Marokkanischen Energietransformation ist Teil der Promotion von Frau Blohm und aufgrund der zwischen Deutschland und Marokko im Jahr 2020 geschlossenen Wasserstoffpartnerschaft über den Import von grünem Wasserstoff aus Marokko nach Deutschland ein relevantes und aktuelles Forschungsthema, auch für Schleswig-Holstein. Die inhaltlichen Diskussionen mit den Interviewpartnern waren sehr verschieden und wichen insbesondere bei Nachhaltigkeitsthemen ab. In Schleswig-Holstein ist der Aufbau einer grünem Wasserstoffwirtschaft bereits in vollem Gange und aufgrund des hohen Entwicklungsgrades spielen hauptsächlich eine gesteigerte Wertschöpfung im Land eine Rolle. In Marokko liegt der Fokus beim Aufbau einer grünen Wasserstoffwirtschaft dagegen einerseits auf der gezielten Nutzung des grünen Wasserstoffs zur Reduktion von umweltschädlichen Importen, als auch auf umweltbezogenen Themen, wie zum Beispiel die zusätzliche Entsalzung von Meerwasser. Die Interviews wurden alle online durchgeführt, weshalb die beantragte Unterstützung für Reisekosten nicht in Anspruch genommen werden musste. Zur Ergebnisdokumentation hat Frau Blohm begonnen einen wissenschaftlichen Artikel zu verfassen, welcher bis Ende 2022 bei einem open access Journal eingereicht werden sollen. Die erste Version des Artikels konnte während der 6 Monate erarbeitet werden und die Überarbeitungen und Verbesserungen werden in den darauffolgenden Monaten vorgenommen. Sobald der Artikel veröffentlicht ist, wird er selbstverständlich dem HY.SH zur Verfügung gestellt. Inhaltlich beschreibt der Artikel die Entwicklung von Nachhaltigkeitskriterien für die Produktion von grünem Wasserstoff basierend auf den durchgeführten Interviews und die Bewertung der Wasserstoffstrategien von Schleswig-Holstein und Marokko. Methodisch konnte sich Frau Blohm aufgrund der vielen durchgeführten Interviews ebenfalls weiterentwickeln und ihre neu gewonnenen Kompetenzen für die weiteren Publikationen ihrer Promotion sehr gut nutzen.

Neben der wissenschaftlichen Arbeit ermöglichte die Freistellung Frau Blohm die Fokussierung auf ihr Forschungsthema und die Identifizierung von zukünftig relevanten Forschungsfragen im Bereich der Wasserstoffforschung. In Bezug auf ihre Promotion war die Absolvierung dieses Forschungssemesters sehr positiv, da die Bearbeitung von administrativen Aufgaben im normalen Arbeitsalltag viel Zeit in Anspruch nimmt. Diese Aufgaben konnten innerhalb des 6-monatigen Forschungssemesters jedoch durch eine Vertretung erledigt werden und die Zeit wurde voll und ganz für die Forschung genutzt. Der genannte wissenschaftliche Artikel ist ein Baustein der kumulativen Promotion von Frau Blohm.

Aufbauen auf den gewonnenen Erkenntnissen und geknüpften Kontakten wird nun ein größeres Forschungsprojekt erarbeitet, welches über Drittmittel finanziert werden soll. Das aufgebaute Netzwerk zu verschiedenen Akteuren der grünem Wasserstoffwirtschaft in Schleswig-Holstein und Marokko kann sowohl für das neu geplante Drittmittelprojekt als auch für die weitere Karriere nach der Promotion relevant sein. Frau Blohm wird auch in Zukunft Kontakt zu einigen Wasserstoffakteuren in Schleswig-Holstein halten und sich für den Aufbau einer grünen, nachhaltigen Wasserstoffwirtschaft engagieren.
 

Fazit:

Das Förderprogramm "H2Fonds - Zeit für Wissenschaft" bietet grundsätzlich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Möglichkeit, sich individuellen und aktuellen Fragestellungen der Wasserstoffforschung zu widmen. Die sehr unkomplizierte Beantragung und die Bearbeitung von selbst gewählten und sehr individuellen Themen ist sehr selten in der Wissenschaft und ermöglicht insbesondere Promotionsstudentinnen und -studenten die Möglichkeit, ihre individuellen Forschungsthemen zu bearbeiten. Die geänderten Richtlinien in Bezug auf Förderbedingungen sind sehr positiv für die Vielzahl befristet angestellte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.

Für die Förderung und die tatkräftige Unterstützung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des HY.SH möchten wir uns ganz herzlich bedanken.

Durchführung eines wissenschaftlichen Symposiums zum Thema Wasserstoff für Forschende

Prof. Dr. Oliver Opel - Fachhochschule Westküste

Hintergrund:

Aufgrund der Corona-Pandemie war es bisher nach dem offiziellen HY.SH-Projektstart am 01.10.21 nicht möglich, eine Eröffnungsveranstaltung im Sinne eines Kick-Offs durchzuführen. Bis in das Frühjahr 2022 hinein scheint sich dieses Hemmnis fortzusetzen. Dementsprechend sind die Hochschulen mit den Arbeiten insbesondere im H2Fonds bereits fortgeschritten, so dass zum einen eine rein repräsentative Veranstaltung nicht mehr angemessen erscheint und zum anderen möglicherweise bereits erste Ergebnisse präsentiert werden können. Es erscheint daher sinnvoll, ein "Kick-On" zu veranstalten, für das die Hochschulen bereits verantwortlich zeichnen ("Kick-Off" + "Go-On" wird zu "Kick-On"). Diese Aufgabe will die FH Westküste als die PtX-Partnerin im Hochschulverbund der EEK.SH gerne übernehmen.

 

Zielsetzung:

Ziel der Maßnahme ist die Intensivierung der Netzwerkbildung zum Thema Wasserstoffforschung in Schleswig-Holstein. Dazu soll ein Hochschul-Workshop veranstaltet werden, bei dem naturwissenschaftlich-technische, rechtliche, wirtschaftliche und sozialwissenschaftliche Fragestellungen aufgegriffen werden, um mit Blick auf potenzielle Projekte Themen zu sichten und Konsortien zu bilden.

Der vorliegende Antrag soll der Finanzierung dieser Maßnahme dienen. Ein genauer Termin kann noch nicht festgelegt werden, grundsätzlich würde sich aber ein Zeitraum im April oder September eignen. Die Entscheidung soll spätestens Ende Februar 2022 fallen. Für die vier genannten Themengebiete soll jeweils eine Patin bzw. ein Pate aus einer der Hochschulen in SH gefunden werden, die oder der den entsprechenden Themenblock betreut. Die vier Themenblöcke sollen den Tag über verteilt werden und jeweils aus einem eingeladenen Einführungsvortrag und drei kurzen Fachvorträgen bestehen, jeweils zusammengenommen ca. 90 min. Eine Bewirtung der Gäste erscheint daher als angemessen, die Teilnehmerzahl soll auf 80 begrenzt werden. Ein Abweichen von dieser Planung kann ggf. erforderlich werden und würde dann mit der EKSH abgestimmt.

Die Räumlichkeiten will die FH Westküste kostenfrei stellen. Es wird aber dennoch eine Raummiete angesetzt, weil je nach Corona-Lage ein Ausweichen in größere Räumlichkeiten erforderlich werden könnte (z.B. Stadttheater oder Tivoli in Heide). Ggf. kann eine Exkursion zur Raffinerie Heide erfolgen, um dort den Aufbau der vermutlich dann europaweit größten Wasserelektrolyse sowie der einzigen Wasserstoffkaverne zu diskutieren.

Der Ansatz für die Sachmittel ergibt sich wie teilweise bereits dargestellt aus dem Versand von Einladungsschreiben, Info-Material mit "Erinnerungswert", der Übernahme von Reisekosten (keine Honorare vorgesehen), dem Catering für den gesamten Tag sowie ggf. Raummiete falls extern. Die Dokumentation soll online bereitgestellt werden.

Der Erfolg der Maßnahme lässt sich aus der Teilnehmeranzahl und der Dokumentation des Tagungsverlaufs und der Ergebnisse bemessen.

Die Erfahrungen von Prof. Dr. Opel zum H2Fonds-Förderprogramm:

Mehr als 60 Energieforschende kamen zum ersten Forschungssymposium Wasserstoff an der Fachhochschule Westküste zusammen, um sich über die strategische Ausrichtung der Wasserstoffforschung in Schleswig-Holstein auszutauschen. Es nahmen sowohl Forschende der HY.SH Partnerhochschulen als auch von außeruniversitären Forschungseinrichtungen wie dem IfW, hereon oder DLR.

Die zweitägige Veranstaltung begann mit kurzen Impulsvorträgen aus verschiedenen Themenbereichen der Wasserstoffforschung. Diese Impulse stammten von führenden Wasserstoffforschenden des Landes Schleswig-Holstein. Die FH Westküste hatte mit drei von acht Fachvorträgen einen entscheidenden Anteil am fachlichen Input. Darüber hinaus möchten wir  den externen Sprecher:innen herzlich danken einen Beitrag zu unserem Symposium in Heide geliefert zu haben.

In der offenen Diskussion verständigten sich die Forschenden über die nächsten gemeinsamen Schritte, um den Forschungsstandort Schleswig-Holstein im Energiewendebereich weiter zu stärken. Die Diskussion wurde netterweise von Prof. Dr. Olaf Magnussen von der CAU zu Kiel moderiert.

Mit dem H2Fonds verfügt das HY.SH bereits über ein zielgerichtetes Förderprogramm zum Aufbau von weiterer Wasserstoff-Fachkompetenz für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler in Schleswig-Holstein. Dennoch rückte die Entwicklung einer Strategie zur Ausbildung von Fachkräften in den Fokus der Diskussion. Schließlich hat Schleswig-Holstein aufgrund seiner geografisch günstigen Lage die Möglichkeit beim Markthochlauf von grünem Wasserstoff eine führende Rolle einzunehmen. Für den Aufbau dieses neuen Wirtschaftssektors werden viele Fachkräfte benötigt. Woher diese stammen sollen, ist eine offene Fragestellung und stellt eine große Herausforderung für unser Bundesland dar.
Die Vorträge des Symposiums und der Exkursion wurde allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern zur Verfügung gestellt. Zudem wurde ein Eventfilm gedreht, der als Werbung für eine mögliche Wiederholung der Veranstaltung an einer anderen Partnerhochschule des HY.SH dienen soll.
 

Fazit:

Die H2Fonds-Förderung hat sich hervorragend für die Finanzierung eines wissenschaftlichen Symposiums zur Wasserstoffforschung in Schleswig-Holstein geeignet. In Zukunft werden die Forschungseinrichtungen gemeinsam ein besonderes Augenmerk auf die Fachkräfteausbildung innerhalb der Wasserstoffforschung in Schleswig-Holstein legen. Das HY.SH plant die Symposien in regelmäßigen Abständen und an verschiedenen Forschungseinrichtungen des Landes Schleswig-Holstein zu wiederholen, um einen regelmäßigen Austausch zu ermöglichen und somit diesen Prozess zu koordinieren und zu unterstützen. Es würde mich als Projektkoordinator daher sehr freuen, wenn weitere Partnerhochschulen des Landes Interesse daran hätten dieses Format in den Folgejahren in Kooperation mit dem HY.SH zu wiederholen.

 

Link zum Eventfilm

FAQ

Das Förderprogramm ermöglicht eine Kostenerstattung für forschungsfördernde Maßnahmen im Bereich Wasserstoff, wie z.B. für Aus- und Weiterbildungen, Konferenzen, Reisen oder Sachmittel mit bis zu 10.000 Euro. Darüber hinaus können die Wissenschaftler:innen im Rahmen einer Freistellung von allen institutionellen Verpflichtungen entbunden werden; das Förderprogramm kompensiert die Kosten für die erforderlichen Vertretungen.

Alternativ besteht die Möglichkeit, eine bis zu sechsmonatige Verlängerung der bisherigen Anstellung zur Überbrückung nach abgeschlossener Promotion bzw. Aufstockung der Teilarbeitszeit (Erhöhung des Stundenumfangs) zu beantragen.

Zuwendungsempfängerin ist in der Regel die Hochschule, an der die geförderte Person beschäftigt ist. Die Auszahlung der Förderung für Vertretungen erfolgt nach Bestätigung seitens der Hochschule. Sachkosten werden auf Basis der Kostenaufstellung nach Anforderung ausgezahlt.

Ja, es dürfen in einem Abstand von 12 Monaten Folgeanträge gestellt werden. Daher sollten Anträge alle geplanten Maßnahmen oder Aktivitäten für mindestens diesen Zeitraum enthalten. Eine Freistellung kann jedoch nur einmal beantragt werden.

Änderungen sind grundsätzlich möglich, sofern sie das Projektziel nicht gefährden. Sie bedürfen aber der vorherigen Zustimmung der EKSH. Die beantrage Maßnahme muss innerhalb eines Jahres nach Zugang der Förderbestätigung durchgeführt werden. Änderungen können die Projektdurchführung oder die Finanzierung betreffen.

Der Verwendungsnachweis besteht aus einem zahlenmäßigen Nachweis und einem Sachbericht. Beide sind nach Möglichkeit gemeinsam vorzulegen. Der Sachbericht soll so wissenschaftlich wie nötig und so allgemeinverständlich wie möglich abgefasst sein und die Forschungsergebnisse zusammenfassen oder die Erfahrung wiedergeben. Soweit es Abweichungen vom Projektplan gegeben hat, ist auf diese im Sachbericht einzugehen. Die Vorlage des Sachberichts steht zum Download zur Verfügung.